Markteinschätzung
16.10.2026 | Hannes Huster
Die Renditen gaben gestern in den USA erneut nach und am Ende des Handelstages lagen die 10-jährigen bei 5,089%:
Die gestern veröffentlichten Produzentenpreise lagen mit 1,30% deutlich über den Erwartungen von 0,60% jedoch lag die Kernrate, ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln, Energie und Handel nur bei 0,50%.
Der Präsident der New Yorker Federal Reserve, John Williams, bekräftigte seine Ansicht, dass die Zentralbank die Zinssätze in diesem Jahr noch einmal anheben und sie im nächsten Jahr unverändert lassen sollte, zumindest unter Berücksichtigung des Szenarios vor den jüngsten Zahlen: "Ich sehe derzeit keinen Grund zur Annahme, dass wir weitere Maßnahmen ergreifen müssten", fügte Williams in einem Interview mit Bloomberg News hinzu. "Es ist erst Mitte Oktober. Die Wirtschaft wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, und wir müssen die Daten einfach weiter beobachten."
Daraufhin fiel die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Oktober weiter und lag gestern nur noch bei 14,90%:

Der Goldpreis hat die erste Chance zunächst genutzt, indem er von oben auf den bereits gebrochenen Abwärtstrend aufgesetzt hat und von dort aus stärker wurde. Doch die Widerstände liegen nun genau vor der Nase. Der Bereich um 4.225 USD im Dezember-Future erscheint kurzfristig als wichtigste Marke:

Schauen wir uns noch die Goldaktien an.
Der GDX, als Stellvertreter für den Sektor, konnte nach dem sehr schwachen Mittwoch gestern wieder um 4,34% zulegen. Wie Sie im Chart sehen, habe ich im Bereich von 79 bis 82 USD eine große Kurslücke markiert, die wie ein Damoklesschwert über uns schwebt - auch wenn sie unterhalb liegt. Die Frage ist, ob der GDX diese Kurslücke von Anfang August noch schließen wird oder nicht:

Als erste Hürde sehe ich beim GDX die 88 USD, danach den Bereich um 90 USD. Wenn es gelingt diese beiden Marken zu überwinden, dann wäre ich positiv gestimmt. Die vergangenen 24 Stunden waren ein Ansatz, doch eine finale Entwarnung kann ich noch nicht geben.
Fazit:
Die Wetten auf weiter steigende Renditen haben sich abgekühlt, was für Erleichterung in unseren Sektoren geführt hat. Die Chancen, dass die Renditen ein Hoch gesehen haben, wachsen. Der Goldpreis hat nun erneut die Chance sich aus der Korrektur zu befreien, muss hierzu aber wieder eine Eigendynamik entwickeln. Der MACD und RSI sehen unterstützend für eine Bewegung nach oben aus.
© Hannes Huster
Quelle: Auszug aus dem Börsenbrief "Der Goldreport"
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