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Gold wird in den nächsten 5 bis 10 Jahren nicht steigen

09.06.2026  |  Egon von Greyerz
Was, wenn die "Vermögensbildung" der vergangenen 50 Jahre in Wirklichkeit eine verschleierte Geldentwertung war?

Seit Jahrzehnten sind Anleger darauf konditioniert, nur die Kurse von Vermögensanlagen im Blick zu haben. Sie beobachten Aktienindizes, Immobilienwerte, Anleiherenditen und Rohstoffpreise. Sie feiern Gewinne und fürchten Verluste, in der Annahme, dass Vermögen anhand der Menge von US-Dollar, Euro, Pfund oder Yen gemessen werden kann, die diesem Vermögenswert zugeordnet werden.

Doch was wäre, wenn dieser Maßstab an sich defekt und kaputt ist?

Was wäre, wenn es im letzten Jahrhundert gar nicht wirklich zu einem Anstieg bei Aktien, Immobilien und sogar Gold gekommen ist, sondern zu einer stetigen Zerstörung der Währungen, in denen all das bemessen wird?

Bevor wir auf Gold, Inflation, Schulden oder Finanzmärkte zu sprechen kommen, lohnt es sich, die ganze Sache mit etwas Abstand zu betrachten, um einen Überblick zu gewinnen.

Die folgende Grafik ist vielleicht eine der einfachsten – und wichtigsten – Grafiken im Finanzwesen.

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Gemessen am Gold hat jede wichtige Papierwährung im letzten Jahrhundert zwischen 97% und 99% ihrer Kaufkraft verloren. Die Deutsche Mark brach zusammen. Das britische Pfund verlor stetig an Wert. Und auch der japanische Yen, der Euro und sogar der US-Dollar machten es nicht anders.

Andere Länder, andere Regierungen, andere Wirtschaftssysteme… Und doch war das Ergebnis stets bemerkenswert ähnlich!

Wie Voltaire vor fast drei Jahrhunderten feststellte: "Papiergeld kehrt letztendlich zu seinem inneren Wert zurück: Null."

Die Endphase einer "monetären Ära" folgt in der Regel einem bekannten Muster: Regierungen häufen Schulden an, die sie realistischerweise nicht zurückzahlen können. Die Notenpresse wird zur bevorzugten Lösung. Das Vertrauen schwindet allmählich. Die Kaufkraft der Währung schwindet.

Die Geschichte bietet dafür viele Beispiele, doch nur wenige sind so dramatisch wie die Weimarer Republik.

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Zwischen 1919 und 1923 explodierte der Goldpreis in deutschen Mark von ca. 100 Mark auf über 100 Billionen Mark.

Das Gold an sich blieb unverändert. Was sich aber verändert hatte, war die Währung.

Die Mark verlor zunehmend an Wert, bis sie schließlich jegliche Glaubwürdigkeit als Zahlungsmittel einbüßte.

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass solche Zusammenbrüche plötzlich geschehen. In Wirklichkeit folgen sie meist einem anderen Muster.

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Stellen Sie sich ein Stadion vor, das mit Wasser gefüllt wird. In der ersten Minute fällt ein Tropfen hinein. Danach wird die Wassermenge mit jeder Minute verdoppelt. Wie lange dauert es, bis das Stadion voll ist? Nur fünfzig Minuten.

Doch auch nach fünfundvierzig Minuten ist das Stadion gerade einmal zu 7% gefüllt. Der überwiegende Teil des Anstiegs findet in den letzten Augenblicken statt.

Schuldenwachstum, Geldschöpfung und Inflation verhalten sich dahingehend oft ganz ähnlich. Was jahrelang beherrschbar schien, kann rasch außer Kontrolle geraten, sobald exponentielles Wachstum die Oberhand gewinnt.

Das moderne Währungssystem strebt möglicherweise gerade auf eine solche Endphase zu.


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